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Hund & Katze · Verdauung

Giardien bei Hund und Katze

Wenn der Durchfall immer wiederkommt

Von SteffiMobile Haustierbetreuerin & Ernährungsberaterin3 Minuten Lesezeit
Ein junges getigertes Kätzchen und ein Welpe sitzen nebeneinander draußen auf dem Boden.

Weicher Kot, schleimiger Durchfall und zwischendurch scheint wieder alles normal zu sein? Hinter solchen Beschwerden können Giardien stecken. Besonders junge Tiere sind betroffen, aber auch erwachsene Hunde und Katzen können sich infizieren.

Wichtig sind eine gezielte Untersuchung, eine passende Behandlung und konsequente Hygiene. Auch die Fütterung kann helfen, den gereizten Darm zu entlasten.

Was sind Giardien?

Giardien sind einzellige Darmparasiten – keine Würmer. Sie besiedeln den Dünndarm und können die Verdauung sowie die Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigen.

Infizierte Tiere scheiden widerstandsfähige Giardienzysten mit dem Kot aus. Diese sind bereits bei der Ausscheidung ansteckend. Werden sie über das Maul aufgenommen, können sich andere Tiere oder das betroffene Tier selbst erneut infizieren.

Wie steckt sich mein Tier an?

Für eine Infektion reichen bereits wenige Zysten. Mögliche Ansteckungsquellen sind:

  • mit Kot verunreinigte Erde und Wasser
  • verschmutzte Näpfe, Gegenstände oder Liegeplätze
  • Kotspuren im Fell und an den Pfoten
  • das Ablecken verunreinigter Körperstellen

Eine Giardieninfektion bedeutet nicht automatisch, dass dein Haushalt unsauber ist. Die Zysten sind unsichtbar und können in feuchter Umgebung lange überleben.

Welche Symptome können auftreten?

Typisch sind anhaltende oder wiederkehrende Verdauungsbeschwerden:

  • weicher bis wässriger Durchfall
  • Schleimbeimengungen im Kot
  • wechselnde Kotkonsistenz
  • gelegentlich Erbrechen
  • verminderter Appetit
  • Gewichtsverlust oder schlechte Gewichtszunahme
  • Mattigkeit

Nicht jedes infizierte Tier zeigt Beschwerden. Umgekehrt ist nicht jeder Durchfall durch Giardien verursacht.

Wie werden Giardien festgestellt?

Der Nachweis erfolgt durch eine Kotuntersuchung. Da Giardien nicht gleichmäßig ausgeschieden werden, können mehrere Proben notwendig sein. Frag deine Tierarztpraxis, wie du den Kot für das verwendete Testverfahren sammeln und aufbewahren sollst.

Ein positives Ergebnis wird gemeinsam mit den Beschwerden und der Vorgeschichte beurteilt. Nicht jedes beschwerdefreie Tier benötigt automatisch eine Behandlung.

Wie werden Giardien behandelt?

Bei einer behandlungsbedürftigen Infektion verordnet die Tierarztpraxis geeignete Medikamente. Halte dich an die vereinbarte Dosierung und Behandlungsdauer.

Futterumstellungen, Kräuter oder Hausmittel ersetzen eine notwendige medikamentöse Behandlung nicht.

Bleiben die Beschwerden bestehen oder kehren sie zurück, sollte die Praxis erneut beurteilen, ob eine Wiederansteckung, eine fortbestehende Infektion oder eine andere Ursache vorliegt. Auch Zeitpunkt und Verfahren einer Kontrolluntersuchung sollten abgestimmt werden.

Warum ist Hygiene so wichtig?

Die Behandlung allein verhindert keine erneute Aufnahme von Zysten. Hilfreich sind deshalb folgende Maßnahmen:

  • Kot zeitnah aufsammeln und im verschlossenen Beutel entsorgen.
  • Katzentoiletten täglich gründlich reinigen.
  • Futter- und Wassernäpfe täglich heiß reinigen.
  • Verschmutzte Decken und andere geeignete Textilien möglichst bei mindestens 65 °C waschen.
  • Mit Kot verunreinigte Flächen reinigen und anschließend vollständig trocknen lassen.
  • Kotreste im Fell vorsichtig entfernen.
  • Nach der Reinigung und dem Kontakt mit Kot gründlich Hände waschen.

Nicht jedes Desinfektionsmittel wirkt gegen Giardienzysten. Lass dir bei Bedarf ein geeignetes Mittel und dessen sichere Anwendung erklären. Ob zusätzliches Shampoonieren sinnvoll ist, besprichst du mit deiner Tierarztpraxis.

Welche Fütterung ist bei Giardien sinnvoll?

Der gereizte Darm braucht gut verträgliche, leicht verdauliche Nahrung. Entscheidend ist, was dein Hund oder deine Katze tatsächlich verträgt und welche weiteren Erkrankungen bestehen.

Eine eher fettarme, ausreichend proteinreiche und kohlenhydratreduzierte Ration kann während der Behandlung sinnvoll sein. Daraus folgt jedoch nicht, dass Giardien durch einen vollständigen Kohlenhydratverzicht „ausgehungert“ werden können.

Achte außerdem auf:

  • eine bedarfsdeckende Zusammensetzung
  • ausreichend Flüssigkeit
  • bei Bedarf mehrere kleinere Mahlzeiten
  • möglichst wenige wechselnde Snacks und Extras
  • eine abgestimmte Umstellung statt ständig neuer Futtersorten

Ob ergänzende Produkte zur Unterstützung der Darmflora sinnvoll sind, sollte ebenfalls gezielt entschieden werden.

Können Menschen sich anstecken?

Eine Übertragung zwischen Hund beziehungsweise Katze und Mensch ist möglich, wird aber als selten eingeschätzt. Sorgfältige Handhygiene ist besonders wichtig, wenn Kleinkinder oder immungeschwächte Menschen im Haushalt leben.

Treten bei dir selbst Magen-Darm-Beschwerden auf, lass sie ärztlich abklären und erwähne den Giardienbefund deines Tieres.

Fragen zur Fütterung bei Giardien?

Du bist unsicher, welches Futter dein Hund oder deine Katze während und nach einer Giardieninfektion gut verträgt und ob eine Darmaufbaukur sinnvoll ist?

Melde dich gerne für meinen kostenlosen Futtercheck. Gemeinsam schauen wir uns die aktuelle Fütterung, Leckerchen und Zusätze an und besprechen, welche Anpassungen für dein Tier sinnvoll sind – begleitend zur tierärztlichen Behandlung.

Steffi mit ihrem Hund

Geschrieben von Steffi
Mobile Haustierbetreuerin und Ernährungsberaterin, davor 21 Jahre Tiermedizinische Fachangestellte. Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Mehr über mich

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