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Katze · Ernährung

Trinken bei Katzen

Wie Futter zur Wasseraufnahme beiträgt und wann Veränderungen auffällig sind

Von SteffiMobile Haustierbetreuerin & Ernährungsberaterin7 Minuten Lesezeit
Eine getigerte Katze trinkt Wasser aus einer flachen Schale.

Du stellst jeden Tag frisches Wasser hin, doch der Napf scheint kaum leerer zu werden. Oder umgekehrt: Deine Katze sitzt neuerdings ständig am Wassernapf. Beides wirft Fragen auf. Hier erfährst du, wie viel Wasser über das Futter in den Körper deiner Katze gelangt, wie du sie zum Trinken anregen kannst und wann eine Veränderung in die Tierarztpraxis gehört.

Warum Katzen von Natur aus wenig trinken

Unsere Hauskatzen stammen von der Falbkatze ab, die in trockenen Gebieten lebt. Ihr Körper ist darauf eingestellt, mit wenig freiem Wasser auszukommen. Die Nieren können den Harn stark konzentrieren, und das Durstgefühl ist weniger ausgeprägt als etwa beim Hund.

In der Natur deckt eine Katze einen großen Teil ihres Wasserbedarfs über ihre Beute. Eine Maus besteht zum größten Teil aus Wasser. Eine Katze, die Mäuse frisst, muss deshalb nur wenig zusätzlich trinken. Dieses Erbe tragen auch unsere Wohnungskatzen in sich: Viele trinken einfach von sich aus wenig – und das ist zunächst normal.

Problematisch kann es werden, wenn die Nahrung selbst kaum Wasser enthält und die Katze den Unterschied nicht durch mehr Trinken ausgleicht. Dann wird der Harn sehr konzentriert. Ein konzentrierter Harn wird mit Problemen der Harnwege in Verbindung gebracht, etwa der Bildung von Harnkristallen.

Wie das Futter zur Wasseraufnahme beiträgt

Die Gesamtwassermenge, die eine Katze am Tag aufnimmt, setzt sich aus zwei Quellen zusammen: dem Wasser im Futter und dem Wasser, das sie trinkt. Wie viel davon aus dem Napf kommt, hängt stark von der Futterart ab.

FutterartWassergehalt (ungefähr)Was das für das Trinken bedeutet
Nassfutterum 75–80 %ein großer Teil des Bedarfs wird schon über das Futter gedeckt; die Katze trinkt oft wenig
Trockenfutterum 8–10 %der Bedarf muss fast vollständig über das Trinken gedeckt werden; die Katze trinkt deutlich mehr
Mischfütterungdazwischenje nach Anteil der beiden Futterarten

Katzen, die überwiegend Trockenfutter fressen, trinken also mehr – das ist erwünscht und normal. Viele Fachleute gehen aber davon aus, dass sie den fehlenden Wasseranteil oft nicht vollständig ausgleichen. Die Gesamtwasseraufnahme liegt dann eher niedriger als bei Katzen, die Nassfutter bekommen.

Das heißt nicht, dass Trockenfutter grundsätzlich schlecht ist. Es hat praktische Vorteile und ist für viele Katzen gut verträglich. Für Katzen mit Neigung zu Harnwegsproblemen oder Nierenerkrankungen wird jedoch häufig eine höhere Wasseraufnahme empfohlen – und dabei kann der Futteranteil eine Rolle spielen. Einen ausführlichen Vergleich findest du im Beitrag Nassfutter und Trockenfutter im Vergleich.

So regst du deine Katze zum Trinken an

Katzen sind wählerisch, auch beim Wasser. Mit ein paar Kniffen kannst du das Trinken attraktiver machen. Probier aus, was deiner Katze gefällt – jede hat ihre eigenen Vorlieben.

  • Mehrere Wasserstellen: Verteile Näpfe in der Wohnung, auch in Räumen, in denen sich deine Katze gern aufhält.
  • Abstand zu Futter und Katzenklo: Viele Katzen trinken ungern direkt neben dem Futternapf und nie in der Nähe der Toilette.
  • Breite, flache Schalen: Manche Katzen mögen es nicht, wenn ihre Schnurrhaare den Rand berühren. Eine weite Schale aus Keramik, Glas oder Edelstahl wird oft lieber angenommen.
  • Frisches Wasser: Wechsle das Wasser täglich und reinige den Napf regelmäßig. Abgestandenes Wasser wird oft verschmäht.
  • Bewegtes Wasser: Viele Katzen trinken lieber aus einem Trinkbrunnen oder einem leicht tropfenden Wasserhahn. Ein Brunnen muss aber regelmäßig gereinigt werden.
  • Ruhige Plätze: Eine Katze, die sich beim Trinken unsicher fühlt, etwa wegen anderer Tiere oder Durchgangsverkehr, trinkt weniger.
  • Wasser ins Futter: Ein Schuss lauwarmes Wasser über dem Nassfutter wird von vielen Katzen gut angenommen. Steigere den Anteil behutsam, damit das Futter nicht abgelehnt wird.

Aus meinen Jahren in der Tierarztpraxis weiß ich, dass gerade der Standort oft den Unterschied macht. Manche Katze, die monatelang „nie trinkt“, bedient sich plötzlich gern, sobald der Napf an einem ruhigen Fensterplatz steht.

Wenn du den Nassfutteranteil erhöhen möchtest

Möchtest du deiner Katze mehr Wasser über das Futter anbieten, kannst du den Nassfutteranteil schrittweise erhöhen. Katzen sind dabei oft eigensinnig. Wer jahrelang nur Trockenfutter kennt, lehnt Nassfutter manchmal zunächst ab.

Gehe deshalb langsam vor, über etwa 7–10 Tage oder bei skeptischen Katzen auch länger. Mische anfangs nur wenig vom neuen Futter unter das gewohnte und steigere den Anteil nach und nach. Leicht angewärmtes Futter duftet intensiver und wird oft besser angenommen. Hilfreiche Tipps für wählerische Tiere findest du im Beitrag über mäkelige Katzen und Soßenschlecker, und wie ein Wechsel allgemein gelingt, steht im Beitrag zur Futterumstellung.

Ganz wichtig: Lass deine Katze nie hungern, um sie zum neuen Futter zu zwingen. Katzen, die länger nichts fressen, können eine gefährliche Leberverfettung entwickeln.

Trinkverhalten beobachten – und Veränderungen erkennen

Eine genaue Trinkmenge lässt sich für eine einzelne Katze kaum festlegen. Sie hängt von der Futterart, vom Gewicht, von der Raumtemperatur und der Aktivität ab. Wichtiger als eine Zahl ist deshalb, was für deine Katze normal ist – und ob sich daran etwas ändert.

Ein guter Weg ist, das Verhalten über einige Tage bewusst zu beobachten: Wie oft sitzt sie am Napf? Wie viel Wasser fehlt am Abend? Wie viele und wie große Urinklumpen findest du im Katzenklo? Wenn du einen Messbecher nutzt, um die Näpfe zu füllen, bekommst du schnell ein Gefühl für die übliche Menge. Bei mehreren Katzen ist das schwieriger, aber auffällige Veränderungen bemerkst du oft trotzdem.

Besonders aufmerksam solltest du bei älteren Katzen sein. Viele Veränderungen entwickeln sich bei ihnen schleichend über Wochen, sodass man sie im Alltag leicht übersieht. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen in der Praxis, bei denen auch Blut und Harn untersucht werden, können helfen, Erkrankungen früh zu erkennen – oft schon, bevor die Katze selbst krank wirkt.

Wenn deine Katze plötzlich mehr trinkt

Ein deutlich vermehrtes Trinken über mehrere Tage ist immer ein Grund für einen Besuch in der Praxis. Es kann ein Hinweis auf verschiedene Erkrankungen sein, die gerade bei älteren Katzen häufiger vorkommen, darunter eine Nierenerkrankung, Zuckerkrankheit oder eine Überfunktion der Schilddrüse. Oft geht das vermehrte Trinken mit größeren Urinklumpen einher.

Natürlich gibt es auch harmlose Gründe: eine Umstellung von Nass- auf Trockenfutter, sehr warmes Wetter oder salzige Snacks. Wenn sich das Trinkverhalten aber ohne erkennbaren Grund verändert, lass es lieber abklären. Eine Futterberatung kann solche Erkrankungen nicht erkennen – das gelingt nur mit einer Untersuchung, meist auch mit Blut- und Harnuntersuchungen.

Wenn deine Katze kaum noch trinkt

Trinkt eine Katze plötzlich viel weniger als gewohnt, frisst zudem schlecht oder wirkt matt, kann eine Erkrankung oder Schmerzen dahinterstecken. Auch Zahnprobleme oder Übelkeit können dazu führen, dass Katzen Wasser und Futter meiden.

Achte auch auf das Katzenklo

Was oben hineingeht, kommt unten wieder heraus – deshalb gehört der Blick ins Katzenklo zur Beobachtung dazu. Probleme beim Harnabsatz sind bei Katzen nicht selten und können ernst sein.

Auffällig ist, wenn deine Katze häufig auf die Toilette geht, aber nur kleine Mengen absetzt, wenn sie dabei presst oder klagende Laute von sich gibt, wenn Blut im Urin ist oder sie plötzlich außerhalb des Klos uriniert. Bei Katern gilt besondere Vorsicht: Ihre Harnröhre ist enger und kann durch Kristalle oder Schleim verstopfen. Ein Kater, der presst und keinen Urin absetzt, ist ein Notfall.

Kurz gesagt

Katzen trinken von Natur aus wenig und decken einen großen Teil ihres Wasserbedarfs über das Futter. Wie viel sie zusätzlich trinken, hängt deshalb stark davon ab, ob sie Nass- oder Trockenfutter bekommen. Mit gut platzierten Näpfen, frischem Wasser und etwas Geduld kannst du das Trinken unterstützen. Plötzliche Veränderungen beim Trinken oder Probleme beim Harnabsatz gehören immer in die Tierarztpraxis.

Häufige Fragen

Meine Katze frisst Nassfutter und trinkt fast nie. Ist das schlimm?

Meist nicht. Nassfutter enthält etwa 75–80 % Wasser und deckt damit einen großen Teil des Bedarfs. Solange deine Katze munter ist, normal frisst und ihr Urinabsatz unauffällig ist, ist wenig Trinken bei Nassfütterung normal.

Darf ich meiner Katze Milch statt Wasser geben?

Kuhmilch ist kein Ersatz für Wasser. Viele erwachsene Katzen vertragen den Milchzucker schlecht und reagieren mit Durchfall. Frisches Wasser sollte immer das Hauptgetränk bleiben.

Ist ein Trinkbrunnen sinnvoll?

Viele Katzen trinken lieber aus bewegtem Wasser, für sie kann ein Brunnen eine gute Ergänzung sein. Andere bevorzugen ihre gewohnte Schale. Probier es aus und achte darauf, den Brunnen regelmäßig gründlich zu reinigen.

Wie viel sollte meine Katze am Tag trinken?

Eine feste Menge lässt sich kaum angeben, weil sie stark von der Futterart, dem Gewicht und der Umgebung abhängt. Wichtiger ist, das normale Trinkverhalten deiner Katze zu kennen und Veränderungen zu bemerken. Wenn du unsicher bist, kann deine Tierarztpraxis die Situation einschätzen.

Kann ich Wasser einfach unter das Nassfutter mischen?

Ja, viele Katzen nehmen etwas zusätzliches lauwarmes Wasser im Nassfutter gut an. Beginne mit wenig und steigere den Anteil behutsam, damit deine Katze das Futter nicht ablehnt.

Steffi mit ihrem Hund

Geschrieben von Steffi
Mobile Haustierbetreuerin und Ernährungsberaterin, davor 21 Jahre Tiermedizinische Fachangestellte. Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Mehr über mich

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