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Hund & Katze · Gesundheit

Arthrose bei Hund und Katze

Wenn Bewegung schwerfällt

Von SteffiMobile Haustierbetreuerin & Ernährungsberaterin7 Minuten Lesezeit
Ein älterer, heller Labrador liegt entspannt auf einer Holzterrasse.

Dein Hund braucht morgens länger, um aufzustehen? Deine Katze springt nicht mehr auf ihren Lieblingsplatz oder putzt sich weniger gründlich?

Solche Veränderungen werden häufig auf das Alter geschoben. Sie können aber auch ein Hinweis auf Schmerzen sein – zum Beispiel durch Arthrose.

Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung, die Hunde und Katzen jeden Alters betreffen kann. Die Veränderungen lassen sich in der Regel nicht rückgängig machen. Mit einer passenden Behandlung und Unterstützung im Alltag können Schmerzen jedoch gelindert und die Lebensqualität verbessert werden.

Was ist Arthrose?

Bei einer Arthrose verändert sich ein Gelenk über längere Zeit. Der Gelenkknorpel wird geschädigt und auch andere Bereiche des Gelenks können betroffen sein, zum Beispiel die Gelenkkapsel, die Gelenkinnenhaut und der Knochen.

Es können entzündliche Prozesse entstehen. Das Gelenk wird schmerzhaft und lässt sich möglicherweise nicht mehr so gut bewegen. Auch die umgebende Muskulatur kann schwächer werden, wenn das Tier das betroffene Bein weniger belastet.

Arthrose ist nicht einfach nur „normaler Verschleiß im Alter“. Auch jüngere Tiere können betroffen sein.

Wie entsteht Arthrose?

Arthrose kann unterschiedliche Ursachen haben. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen:

  • Fehlentwicklungen der Gelenke, zum Beispiel eine Hüft- oder Ellenbogendysplasie
  • Verletzungen, etwa ein Kreuzbandriss oder ein Bruch im Gelenkbereich
  • frühere Gelenkentzündungen
  • ungünstige oder dauerhafte Überlastung
  • Übergewicht
  • altersbedingte Veränderungen
  • erbliche Veranlagung

Beim Hund liegen einer Arthrose häufig bereits bestehende Gelenkprobleme zugrunde. Bei Katzen lässt sich die Ursache nicht immer eindeutig feststellen.

Woran erkenne ich Arthrose beim Hund?

Die Anzeichen können schleichend beginnen und von Tag zu Tag unterschiedlich stark sein. Manche Hunde lahmen deutlich, andere zeigen zunächst nur kleine Veränderungen.

Mögliche Hinweise sind:

  • Dein Hund steht nach dem Liegen langsamer oder steifer auf.
  • Er läuft sich nach einer Ruhephase zunächst vorsichtig ein.
  • Er geht ungern Treppen oder steigt nur zögerlich ins Auto.
  • Er springt seltener aufs Sofa oder vermeidet Sprünge.
  • Spaziergänge werden kürzer oder langsamer.
  • Er spielt weniger oder zieht sich zurück.
  • Er setzt oder legt sich anders hin als früher.
  • Er leckt häufiger an einer bestimmten Stelle.
  • Er reagiert empfindlich, wenn er berührt wird.
  • Die Muskulatur an einem Bein nimmt sichtbar ab.

Nicht jeder Hund mit Arthrose lahmt deutlich. Gerade wenn mehrere Gelenke betroffen sind, können die Veränderungen schwer zu erkennen sein.

Woran erkenne ich Arthrose bei der Katze?

Katzen zeigen Schmerzen häufig sehr unauffällig. Statt zu lahmen, verändern sie oft ihr Verhalten oder vermeiden Bewegungen, die ihnen unangenehm sind.

Mögliche Anzeichen sind:

  • Deine Katze springt seltener oder sucht sich niedrigere Plätze.
  • Sie nutzt Möbel als Zwischenstufe, um nach oben oder unten zu gelangen.
  • Sie spielt und klettert weniger.
  • Sie schläft oder ruht mehr.
  • Ihr Fell wirkt ungepflegt, weil sie bestimmte Körperstellen schlechter erreicht.
  • Sie reagiert empfindlich beim Streicheln oder Hochheben.
  • Sie zieht sich zurück oder wirkt schneller gereizt.
  • Sie hat Schwierigkeiten, in die Katzentoilette zu steigen oder sich dort hinzusetzen.
  • Sie verrichtet ihr Geschäft möglicherweise neben der Toilette.

Diese Veränderungen können auch andere Ursachen haben. Deshalb sollte eine Katze, die sich anders verhält als gewohnt, tierärztlich untersucht werden.

Wie wird Arthrose festgestellt?

Die Tierärztin oder der Tierarzt fragt zunächst nach den Veränderungen im Alltag und untersucht dein Tier. Dabei werden unter anderem Gangbild, Gelenkbeweglichkeit, Muskulatur und Schmerzreaktionen beurteilt.

Röntgenbilder können Veränderungen an den Gelenken sichtbar machen. Wie stark diese Veränderungen auf dem Bild aussehen, sagt aber nicht immer genau aus, wie starke Schmerzen dein Tier hat. Auch die Untersuchung und deine Beobachtungen zu Hause sind wichtig.

Wie wird Arthrose behandelt?

Die Behandlung wird individuell auf dein Tier abgestimmt. Dabei spielen unter anderem das Alter, die betroffenen Gelenke, die Stärke der Beschwerden und mögliche Vorerkrankungen eine Rolle.

Häufig werden mehrere Maßnahmen miteinander kombiniert.

Schmerzen behandeln

Schmerzmittel können helfen, damit sich dein Tier wieder wohler fühlt und besser bewegen kann. Je nach Situation kommen unterschiedliche tierärztliche Medikamente infrage, beispielsweise entzündungshemmende Schmerzmittel oder Antikörper, die an der Schmerzübertragung ansetzen.

Welche Behandlung geeignet ist, entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt. Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, die Wirkung und mögliche Nebenwirkungen zu beurteilen.

Bitte gib deinem Tier niemals eigenständig Schmerzmittel aus der Hausapotheke. Manche Wirkstoffe können für Hunde und Katzen schwer giftig sein.

Das Gewicht im Blick behalten

Übergewicht belastet die Gelenke zusätzlich. Bei einem übergewichtigen Hund kann bereits eine moderate, kontrollierte Gewichtsabnahme die Beweglichkeit verbessern. Auch für Katzen ist ein passendes Körpergewicht wichtig.

Eine Gewichtsabnahme sollte langsam und passend zum Tier erfolgen. Katzen dürfen nicht einfach hungern, denn eine zu schnelle Gewichtsabnahme kann gefährlich werden.

Angepasste Bewegung

Bewegung ist wichtig, damit die Muskeln erhalten bleiben und die Gelenke möglichst beweglich bleiben. Gleichzeitig sollte dein Tier nicht überfordert werden.

Bei Hunden können mehrere kürzere, gleichmäßige Spaziergänge angenehmer sein als eine lange, anstrengende Runde. Wilde Ballspiele mit abruptem Abbremsen oder häufige Sprünge können die Gelenke zusätzlich belasten.

Bei Katzen lässt sich Bewegung beispielsweise durch kurze, ruhige Spieleinheiten fördern. Entscheidend ist, was deinem Tier Freude macht und was es gut verträgt.

Physiotherapie und Akupunktur

Eine tierphysiotherapeutische Begleitung kann helfen, die Beweglichkeit und Muskulatur zu fördern. Je nach Tier kommen beispielsweise angepasste Übungen, Massagen oder Bewegung im Wasser infrage.

Auch Akupunktur kann als ergänzende Maßnahme eingesetzt werden. Was für dein Tier geeignet ist, sollte individuell besprochen werden.

Meine Erfahrung mit Sunny

Meine Hündin Sunny hatte bereits mit etwa acht Jahren Spondylose, später kam auch Arthrose dazu.

Ich habe Sunny über Jahre mit Akupunktur, Physiotherapie, Osteopathie, BEMER und passenden Ergänzungen unterstützt. In dieser Zeit kam sie komplett ohne Schmerzmittel aus.

Besonders die BEMER-Anwendungen haben Sunny meiner Erfahrung nach sehr geholfen. Ich habe erlebt, wie gut ihr diese Unterstützung tat. Mehr dazu findest du auf meiner BEMER-Seite.

Jedes Tier ist anders: Was Sunny geholfen hat, muss nicht bei jedem Tier dieselbe Wirkung haben. Wenn Schmerzen bestehen, ist eine passende Schmerzbehandlung wichtig.

Den Alltag gelenkschonend gestalten

Schon kleine Veränderungen können deinem Tier vieles erleichtern.

Für Hunde:

  • rutschfeste Läufer auf glatten Böden auslegen
  • eine Rampe oder Einstiegshilfe fürs Auto nutzen
  • einen weichen, gut erreichbaren Liegeplatz anbieten
  • bei Bedarf beim Aufstehen unterstützen
  • belastende Sprünge möglichst vermeiden

Für Katzen:

  • kleine Stufen oder eine Rampe zum Lieblingsplatz anbieten
  • eine Katzentoilette mit niedrigem Einstieg aufstellen
  • Futter und Wasser leicht erreichbar platzieren
  • warme, weiche und gut zugängliche Ruheplätze schaffen
  • bei der Fellpflege unterstützen, wenn die Katze es zulässt

Wie kann ich meinen Hund oder meine Katze zusätzlich unterstützen?

Neben der tierärztlichen Behandlung kannst du auch im Alltag einiges tun, um dein Tier zu unterstützen. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, ein passendes Körpergewicht und eine Bewegung, die auf die Bedürfnisse deines Tieres abgestimmt ist.

Gesunde Ernährung als Grundlage

Eine bedarfsgerechte Ernährung versorgt den Körper mit wichtigen Nährstoffen und hilft dabei, ein gesundes Gewicht zu halten. Das ist gerade bei Gelenkproblemen wichtig, denn jedes zusätzliche Kilo kann die Gelenke belasten.

Welche Fütterung passt, hängt unter anderem vom Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und der Aktivität deines Tieres ab. Auch bestehende Erkrankungen sollten berücksichtigt werden.

Gelenke mit Ergänzungen unterstützen

Zusätzlich zum Futter gibt es verschiedene Produkte für die Gelenke, zum Beispiel mit Omega-3-Fettsäuren, Grünlippmuschel oder anderen Gelenknährstoffen. Ich gebe dir gerne meine Empfehlungen dazu – eine davon ist Bewegung-Fit.

Solche Ergänzungen können Teil der Unterstützung sein. Welches Produkt sinnvoll ist, hängt vom einzelnen Tier und seiner bisherigen Fütterung ab. Die Wirkung ist je nach Inhaltsstoff unterschiedlich gut untersucht.

Kann Arthrose geheilt werden?

Die bereits entstandenen Gelenkveränderungen lassen sich in der Regel nicht rückgängig machen. Das bedeutet aber nicht, dass man nichts tun kann.

Eine frühzeitige Diagnose, eine passende Behandlung, angepasste Bewegung und ein gelenkfreundlicher Alltag können viel dazu beitragen, dass betroffene Tiere weiterhin Freude an ihrem Leben haben.

Passt die Fütterung zu deinem Tier?

Du möchtest wissen, ob die Fütterung deines Hundes oder deiner Katze zu den Bedürfnissen deines Tieres passt?

Bei meinem kostenlosen Futtercheck schauen wir gemeinsam, was dein Tier aktuell bekommt. Dabei berücksichtigen wir unter anderem Alter, Gewicht und bekannte Erkrankungen. Gerne besprechen wir auch, welche Möglichkeiten zur Unterstützung der Gelenke infrage kommen könnten.

Steffi mit ihrem Hund

Geschrieben von Steffi
Mobile Haustierbetreuerin und Ernährungsberaterin, davor 21 Jahre Tiermedizinische Fachangestellte. Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Mehr über mich

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